Unser Weg
Ende 2001 trafen sich Conny Schuldt und ich (Dajana Schult) nach 4 Jahren Volti- Pause wieder und beschlossen zusammen eine eigene Voltigruppe zu gründen.
Anfang 2002 fuhren wir los um einen geeigneten Hof inklusive Pferd zu finden. Im Februar 2002 war es dann endlich so weit, die Gründung der eigenen Voltigruppe auf einem Reiterhof in Bentwisch. Hier hatten wir eine Stute Namens Ustana, die absolut nicht fürs Voltigieren geeignet war. Aus Freude über unser Tun nahmen wir dies nicht gleich wahr. Das Glück währte allerdings auch nicht lange und wir merkten, dass der Hof und das Pferd nicht mit uns zusammen passten. Also wechselten wir im Juni 2002 nach Stuthof. Hier hatten wir leider nur für eine sehr kurze Zeit ein Privatpferd Namens Mr. Freddi, der dann traurigerweise auf Grund von zu spät festgestellten Tumoren im Bauch verstarb.

<<< Mr. Freddy


Wir hatten das Glück und der Hof stellte uns ein Schulpferd Namens Semester (Mireno) zur Verfügung. Er war unser erstes Turnierpferd. Wir trainierten 2002 noch fleißig weiter und bauten unsere Gruppe und das Pferd auf.
2003 war es dann endlich soweit. Wir gingen im Mai das erste Mal auf Turnier, und zwar nach Neuenhagen. Hier starteten wir mit einer E- Gruppe (Pflicht im Galopp und Kür im Schritt) und einer B- Einzel Turnerin. Es war eine Katastrophe, zuerst wurde unsere Einzelturnerin disqualifiziert, da Semester nur am Buckeln war und dann bei der Gruppe brauchte er auch eine Weile um sich einzukriegen. Im Endeffekt war unser 1.Turnier das Schlechteste was wir seit dem hatten (zum Glück) - mit einer Disqualifikation und einer Gruppenwertung von 3,5. Aber wir haben uns durchgebissen und von Turnier zu Turnier immer mehr an Erfahrungen gesammelt und dazugelernt.
<<<Dajana mit Semester 
1. Turnier in
Neuenhagen >>>
Unsere Noten verbesserten sich und auf der LM 2003 in Gadebusch turnte ich dann nach 6 Jahren Pause sogar auf Semester Duo, was er da super machte. Seit diesem Jahr hatten wir dann auch die Unterstützung von dem ehemaligen Landestrainer Udo Badowicks, der uns enorm weiterhalf und auch immer noch sehr hilft.
Conny schaffte es nun auch nicht mehr und legte ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Trainerin nieder und wurde Mutter.

Conny mit Semester >>>
Conny mit ihrem Sohn PaulEs ergab sich für uns die Möglichkeit ein Privatpferd (Mr. Bean) zu nutzen. Der ging Turniere in Springen und Dressur. Es stellte sich dann aber leider heraus, dass er nicht fürs Voltigieren geeignet war.
Also fassten wir den Entschluss den Hof wieder zu wechseln, da uns hier einfach keine Möglichkeiten und Aussichten für die Zukunft gegeben waren.
Ich schnappte mir Birgit, die absolute Voltimama und seit Conny weg ist, eine große Unterstützung an meiner Seite und fuhr mit ihr und noch drei größeren Volti- Mädels, unter anderem Dana (Tochter von Birgit) und Claudi zu einem neuen Reiterhof in Warnemünde, in der Hoffnung hier ein neues Zuhause zu finden. Dort setzten wir uns direkt mit dem Chef vom Hof (und Vorstandschef des Vereins) und seiner Frau zusammen. Sie nahmen uns mit offenen Armen auf und wir fanden im Dezember 2003 ein neues Zuhause.
Hier war alles ganz anders, es war eine super schöne neue Anlage mit einer riesengroßen Halle inklusive Gaststätte und 300 Sitzplätzen auf der Tribüne. Das war für uns ja völlig neu und überwältigend, mal nicht im Winter auf gefrorenem Boden trainieren zu müssen. Unsere Pferde waren hier für die große Gruppe die Schimmelstute Adriana, ein superschickes Pferd (fast wie ein Barbie-Pferd) und der Kleinere für die N-Gruppe war ein Dunkelfuchs Namens Apollo.
Wir fingen also, mehr oder weniger, wieder von vorne an. Apollo kannte voltigieren schon, aber Adriana bildeten wir von vorne aus.
Adriana >>>
<<< Apollo
Turnier in Neuenkirchen

So vergingen 2 Jahre in denen wir auf Turniere gingen, Lehrgänge besuchten, im Sommer Trainingslager machten und viel Spaß hatten. 2005 besuchte uns Christoph Lensing bei unserem Trainingslager. Durch ihn lernten wir wieder viel dazu.
Probleme die mit der Zeit auf dem Hof auftauchten und auch nicht viel besser wurden, waren z.B. das Adriana doll auf der Vorderhand ging und nicht so wie es für eine Galopp- Gruppe nötig wäre. Ihr fehlte der Elan und das korrekte Ausgleichstraining, um das wir vergebens baten. Außerdem
kam noch hinzu, dass immer, wenn es so weit war, sie zum Hengst zum
Decken kam. Schickes Pferd,
sicherlich auch tolle Fohlen (wenn sie dann mal annimmt), doch für uns fiel sie daher immer wieder mal aus. Zu dem war auch das Stallklima leider nicht das Beste.
Dann ging die Suche nach einem eigenen Pferd los und wir fanden einen Fuchswallach Namens Ischawell, den wir uns für einige Zeit zum testen holten. Er hatte einen leichten Husten, von dem wir hofften, dass er mit der Zeit wieder weg gehe. Aber leider hatten wir das Glück nicht, denn es wurde bei stärkerer Belastung immer schlimmer. Somit brachten wir ihn nach kurzer Zeit wieder zurück.
Dann stießen wir auf ein wundervolles Pferd Namens Bandit. Er war ein Friesen- Warmblut- Mix, sehr hübsch und absolut liebenswert.
Bandit >>>
Ischawell

Diese beiden eigenen Pferde, hatten wir immer privat stehen, da wir sonst wesentlich mehr als die anderen Einsteller auf unserem Hof bezahlt hätten. Es war nicht wirklich erwünscht, was uns das Ganze immer schwerer machte. Es kamen immer mehr Dinge hinzu, die uns belasteten. So entschieden wir nach langen Überlegungen den Hof zu verlassen. Das war im Oktober 2005. Der einzige Hof der in der Nähe war, wo auch alle Voltis weiterhin hinkamen, war in Lichtenhagen, also nur 10 Minuten von dem Hof davor entfernt. Dies sahen wir in unserer Not als einzige Lösung. Hierhin konnten wir nun ohne Bedenken Bandit endlich mitnehmen und wieder unbeschwert Training machen. Wir mussten uns leider auch wieder ganz schön umgewöhnen, da die Halle z.B. ein Viertel (oder noch weniger) vom unserer Ursprünglichen war. Uneben und wirklich ungemütlich war sie auch, absolut kein Platz. Das war nicht einfach, da wir ja mittlerweile sehr verwöhnt waren. Wie sollten wir nur den Winter überstehen? Allerdings war die Gemeinschaft im Stall besser und auch größer. Aber was soll ich sagen, auch da merkten wir, dass es nicht einfach war auf Bandit zu voltigieren, ein absoluter Friese halt. Traben fand er toll, Galoppieren gar nicht. Dann fing er plötzlich an zu lahmen und es wurde nicht besser. Wir ließen ihn untersuchen und röntgen. Er hatte Probleme mit den Hufen und Knochen und sollte für den Leistungssport nicht tauglich sein. Das war ein absoluter Schlag für uns. Wir erfuhren es während eines Lehrganges mit Hendrik Brühl, wo wir das ganze Wochenende waren und das Training in der Turnhalle genossen. Es konnte einfach nicht wahr sein, warum??? Wir hatten dieses Pferd in unser Herz geschlossen und selbst einige Volti- Eltern waren extrem betrübt als es hieß, Bandit kommt weg. Heute wissen wir, es geht ihm gut und er hat ein schönes Leben.
Es war damals einfach alles ein bisschen zu viel, wir waren an einem Punkt angelangt, wo wir wirklich überlegten wie es weiter gehen sollte und nicht so schnell eine Antwort fanden. Als sie dann kam, ging alles ganz schnell und wir zogen im Januar 2006 mit Sack und Pack auf den Fohlenhof Biestow.
Hier machten wir einen kompletten Neustart. Ich entschied, dass wir den eigenen Verein gründen und noch mal den Versuch mit dem eigenen Pferd wagen sollten. Wir haben es durchgezogen und ich hatte große Unterstützung von vielen Seiten. Ohne diese Hilfe wäre es gar nicht möglich gewesen, all das, was wir jetzt haben aufzubauen. Dafür sind meine Voltis und ich sehr dankbar!
Auf dem Hof haben wir dann auch gleich unseren Hafi Simon bekommen mit dem wir losgelegt haben. Im April kam dann auch Djou dazu, den wir nach langer, ausgiebiger Suche endlich fanden.

<<< Simon und Djou
Djou brauchte seine Zeit und wir beschlossen 2006 mit ihm noch nicht auf Turnier zu gehen. Turniertechnisch sind wir mit der N- Gruppe und Simon losgezogen und es lief prima.
Die Großen machten Schauprogramme und Shows.

Seit über einem Jahr sind wir jetzt auf dem Fohlenhof Biestow und wir fühlen uns immer wohler. Der Hof steht voll hinter uns und die Reiter sind einfach Klasse. Es ist nicht dieses typische Volti- Reiter- Gehabe sondern freundschaftliches Miteinander. Auf das es jetzt weiter bergauf geht! Übrigens auch erwähnenswert und immer treu an unserer Seite, Holzpferdstute Ute. Mittlerweile hat auch sie ein neues Styling.
Alles in Allem würde ich sagen, wir sind eine große Familie, die offen, ehrlich, zielstrebig und mit sehr viel Spaß und Action ihre kleinen wie großen Ziele verfolgt.

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